Zwischen den Stühlen vieler erinnerter Vergangenheiten und zahlreicher denkbarer Zukünfte stehen wir im Jetzt. Beschäftigt mit den Herausforderungen des Alltags und dem Ankommen in der einen oder anderen „neuen“ Normalität, scheint die Vorstellung von Zukunft als einem verheißungsvollen Horizont in eine Schieflage zu geraten, zumindest aber in den Hintergrund zu treten. Während die einen Zukunftsvisionen der Vergangenheit hochstilisieren, plädieren die anderen für mehr Zukunftsverantwortung in der Gegenwart.

Der Glaube an technologischen Fortschritt und das soziale Miteinander werden Tag für Tag auf die Probe gestellt. Wenn sich in einer vernetzten Welt politische und ökologische Ereignisse überschlagen, nehmen wir diese als immer präsenter und doch ausschnitthafter wahr. Der einzelne Standpunkt kann sich auf zunehmend unsicheres Terrain verlagern. Sowohl die Zukunft der Gesellschaft selbst als auch die Art und Weise, wie wir sie verhandeln, zeigen sich ungewiss. Nicht nur sich selbst, sondern auch andere nach Zukünftigem zu fragen, bleibt deshalb umso relevanter und zeigt sich als Prozess von Interaktion und Kommunikation.

Die Ausstellung 'Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft' setzt sich mit den Herausforderungen der Gegenwart und einer ungewissen Zukunft auseinander. Sie präsentiert Positionen aus den Bereichen Kunst und Design an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Ausgehend von der Atmosphäre des Gegenwärtigen und der Feststellung, dass es zahlreiche mögliche Versionen von Zukunft gibt, wirft die Ausstellung eine Vielzahl von Fragen auf. Offen formuliert, begleiten sie die Exponate und eröffnen assoziative Zugänge. Spekulative Szenarien des Denkbaren und Möglichen treten in den Vordergrund.

Die Exponate sind sechs verschiedenen Begriffen zugeordnet: 1 Heute, 2 Mittel und Wege, 3 Manifestationen, 4 Irritationen, 5 Risiken und 6 Utopien. Dabei greifen die künstlerischen Arbeiten die gesellschaftliche Lage seismografisch auf, überführen drängende Fragen unserer Zeit in ästhetische Versuchsanordnungen und reflektieren ihre eigenen Entstehungsgrundlagen mit. Die Erzählungen selbst sind stets individuell und fragmentarisch. In den gestalterischen Arbeiten werden konkrete Schlüsselthemen wie Überwachung, Mobilität, Nachhaltigkeit und Inklusion behandelt. Die kommentierenden Impulse der Ausstellungsgrafik, das diskursive Ausstellungsprogramm sowie die Website als Erweiterung der Ausstellung rücken die Exponate darüber hinaus in vielfältige Kontexte.

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#24Off_lineDiskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K