Die Installation in your hands besteht aus einem länglichen Flur, der zu einem anschließenden Badezimmer führt. Als Inspiration dient Beatrice Bianchini eine Reise in die ehemals sowjetische Stadt Pripyat, die vor 35 Jahren durch die Nuklearkatastrophe von Chernobyl zerstört wurde. Diese tritt für sie repräsentativ für alle vergangenen und möglichen Katastrophen auf.
Der Korridor formiert sich aus halb-transparenten und verschleiernden Vorhängen, die die Besucher:innen vom öffentlichen Museumsraum in ein Inneres, privat Anmutendes leiten. Der ganze Bereich ist mit einer von Erika Lowin entwickelten Beschallung aus Gesprächsfetzen und Nachrichtenfragmenten bespielt. Der Korridor endet in einem Sanitärbereich mit einem zu Bruch gegangenen Waschbecken. Als bekannter Ort der Selbstfürsorge und Innerlichkeit tritt das Badezimmer in einen Gegensatz zum Korridor-Bereich. Wenn der Blick entlang des zerbrochenen Waschbeckens zu einer schräg hängenden Leuchtröhre und einen Spiegel wandert, wird der unmittelbare Vandalismus klar, als ob jemand das Zimmer gerade mit voller Gleichgültigkeit verlassen hat. Somit schafft die Künstlerin eine Allegorie auf eine Gesellschaft, in der wir zwischen emotionaler Eingebundenheit und Rückzug von sozialer Verantwortung zu pendeln scheinen.
Hier werden die Phänomene der Gefahr und des Risikos auf physischer und semantischer Ebene untersucht. Die Künstlerin stellt sich dabei die Frage, wie die unsichtbaren Risiken des menschlichen Umgangs mit der Erde an die kommenden Generationen vermittelt werden sollen, ohne eine Resignation vor den ökologischen wie sozialen Herausforderungen zu bewirken.









































#24Diskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K