Kollektivität
Malerei
Autorschaft
Sophia Bohnacker, Fenja Cambeis, Astrid Giegerich, Eyi Kim, Katya Korshunova, Hyeonyoung Lee, Severine Meier, Gunter Reski, Lennart Schweigert, Nicholas Stevens, Stefan Thürck
Was bleibt, was verschwindet

Malerei kann vieles sein: große Geste, Stilexempel, Ergebnis göttlicher Inspiration, ein Versuch, die Umgebung zu verlebendigen. Die Malerei ist freie Kunst und eignet sich, im handlichen Mittelformat als Tafelbild, auch ausgezeichnet als Ware. Ihr Spagat zwischen eigenständigem Ausdruck und der Existenz als Währung, zwischen Ideologien und Aufmerksamkeitsökonomie, setzt sich bis heute, in die Zeiten einer weiter aus zahlreichen (Selbst-)Bezügen sich speisenden Malerei fort.

Was bleibt, was verschwindet ist geprägt von einer Gemengelage zehn beteiligter künstlerischer Positionen – vergleichbar dem Prinzip einer Band oder eines kleinen Orchesters, das auf ein potenziertes Gesamtes aus ist und zugleich die einzelnen Stimmen und Instrumente zur Geltung kommen lässt. Ein geschlossenes Ganzes schließt sich in dieser Versuchsanordnung von selbst aus. Statt Opus magnum eher Opus multus. Das Wandbild scheut sich nicht, Plots, Clips und Texte mit ins Boot zu holen. Unterschiedliche visuelle Antriebstechniken befeuern sich gegenseitig. Malerei ist hier der Gastgeber, aber auch Gäste können spielentscheidend sein, wenn man sie lässt.

Die kooperative Wandmalerei ist ein temporäres, reflexives Bild über das Bildermachen selbst. Der Umgang mit einer eigenen, singulären Handschrift treibt im Kontext des Interagierens auf der Bildfläche an seine Grenzen und zu neuen Perspektiven. Wenn Malerei als Anreicherung zu begreifen ist – was lässt sich mit ins Spiel bringen, um andere Formen des Wertes zu entdecken? Ist Autorenschaft künftig als diffundierendes Konglomerat aus einer analogen Cloud denkbar? Aus welchem geteilten Reservoir an Gesten können wir schöpfen?

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#24Off_lineDiskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K