
Auf den ersten Blick verraten die Fotogramme von Tania Felske aufgrund des abstrakten Charakters der Motive und ihrer Entkontextualisierung durch das Bild dominierende Schwarz kaum, worum es sich handelt. Anhand der Anordnung auf der lichtsensiblen fotografischen Schicht sowie der anschließenden Belichtung, wird eine fotografische Abbildung erzeugt. Wie bei einem Röntgenbild zeichnen sich auf den Fotogrammen lediglich die Außenkanten der Objekte ab, die Hinweise auf die entsprechenden Gegenstände geben könnten. Der vermeintliche Röntgenblick lässt jedwede plastische Körperlichkeit transparent werden.
Bei näherem Hinsehen wird erkennbar, dass es sich um unterschiedliche Arten von Plastikverpackungsmaterial handelt: PET-Flaschen, Folien, Deckel. Bereits mehr als hundert Gegenstände hat die Künstlerin für die Fotografie-Serie abgelichtet und im wahrsten Sinne des Wortes recycelt.
Es liegt nahe, die Verwendung der von der Künstlerin ausgewählten Alltagsgegenstände, die sich als Objets trouvés verstehen ließen, vor dem Hintergrund der zunehmenden globalen Umweltverschmutzung als mahnende Kritik zu verstehen.
Zugleich werden diese alltäglichen Wegwerfgegenstände, die oft nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen sind, durch die Belichtung auf Fotopapier in eine künstlerische Dimension erhoben und im Sinne eines ressourcenschonenden Materialkreislaufs, in die künstlerische Praxis eingebunden.

























#24Diskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K