

In ihren Illustrationen reflektiert Verena Mack unmittelbare gesellschaftliche Ereignisse des letzten Jahres und unsere dadurch entstandenen und verfestigten Gewohnheiten – z.B. der digitalen Kommunikation und Bildschirmnutzung. Macks ästhetische Sprache erfindet sich dabei aus grafischen Experimenten. Die Gestalten sind verzerrt und auseinandergezogen, wobei ein visueller Rhythmus entsteht. Die Teile des Ganzen existieren so unabhängig zueinander, als ob sie wie bei einem Puzzle getrennt werden können.
Die Arbeit Cabin Fever steht insbesondere für Zeiten der Isolation. Die dargestellten Menschen haben ihren Körper so gut wie verloren, sind aber nicht in der Lage, den physischen Rahmen des Bildes zu verlassen und bleiben innerhalb der Fläche des Bildes gefangen. Dagegen thematisiert das Werk “Facetime” die Nutzung von Kommunikationstechnologien. Die ästhetische Deformation der Körper lässt darüber nachdenken, wie dieser Informationsaustausch zu ambivalenter Abhängigkeit und Ermüdung führen kann.
Die beiden Darstellungen sind, genauso wie unsere aktuelle Wahrnehmungsfähigkeit, anfällig. Solche Phänomene, wie universelle Verfügbarkeit und die Reduzierung der mentalen Konzentration auf den Computerbildschirm, schreiten voran und lassen die Rezeption der physischen Grenzen immer verzerrter erscheinen. Gleichzeitig radikalisiert sich der durch physische Abwesenheit verursachte Schmerz der Einsamkeit. Davon kann die digitale Kommunikation letztlich nur schwer ablenken.



























#24Diskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K