Während der Pandemie hat die Künstlerin Svetlana Mijic begonnen, Bilder von öffentlichen Live-Webcams zu sammeln. Entstanden ist ein filmisches Archiv von unzähligen öffentlichen Plätzen, an denen das Miteinander zum Erliegen gekommen zu sein scheint. Aufnahmen vereinzelter auf Abstand bedachter Personen machen dies deutlich und zeigen den Einfluss der Pandemie auf das öffentliche Leben und menschliche Begegnungen. Fast theatral inszeniert erscheinen die Akteur:innen, sofern sie überhaupt im Bild zu sehen sind, wie Performende auf einer Bühne.
Durch die in vielerlei Hinsicht eingeschränkten physischen Kontakte und deren Folgen hat sich Mijic darüber hinaus mit der Verlagerung des öffentlichen Lebens ins Digitale beschäftigt. Dabei geht die Auseinandersetzung im Hier und Jetzt über die bloße Betrachtung der Welt durch das digitale Fenster der Live-Übertragung hinaus. Sie stellt sich Fragen nach den Möglichkeiten des digitalen Austauschs in Krisenzeiten ebenso wie dem voyeuristischen Aspekt digitaler Überwachung. Wie geht es nach der Pandemie weiter? Wie wird die Pandemie unser Zusammenleben beeinflussen? Wie verhält sich die digitale zur analogen Kommunikation? Somit greift sie wichtige Themen auf, die unseren derzeitigen Umgang miteinander ebenso streifen wie die zukünftigen Auseinandersetzungen mit großen Schlüsselthemen zu Technologie, Digitalisierung und Globalisierung.







































#24Diskurse über Zukunft – Bernd Kracke, Matthias Wagner K